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<title>Turnier</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Turnier</span></h1>
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<p>Bei einem <b>Turnier</b> (von <a href="Mittelhochdeutsch" class="mw-redirect" title="Mittelhochdeutsch">mittelhochdeutsch</a> <i>turnier</i> „Kampfspiel“ und <i>turnieren</i> das Pferd „tummeln, wenden, drehend bewegen“) traten im <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalter</a> mehrere Einzelpersonen oder Gruppen in einem Wettkampf gegeneinander an. Der heutige Begriff Turnier für sportliche Wettkämpfe leitet sich davon ab.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Historische_Turniere">Historische Turniere</h2></div>




<p>Als Turnier bezeichnet man unter anderem ein <a href="Ritter" title="Ritter">ritterliches</a> Kampfspiel. Die niedergeschriebenen Regeln nannte man <a href="Kartell#Etymologie_und_Geschichte" title="Kartell">Cartell</a>.
</p><p>Es gab Einzelkämpfe in verschiedenen Sparten, wie <a href="Europ%C3%A4ischer_Schwertkampf" title="Europäischer Schwertkampf">Schwertkampf</a> und Lanzenstechen (<a href="Tjost" title="Tjost">Tjost</a>), aber auch Massengefechte (<a href="Buhurt" title="Buhurt">Buhurt</a>) mit stumpfen <a href="Waffe" title="Waffe">Waffen</a>. Das mittelalterliche Turnier entwickelte sich aus den Kampfübungen der <a href="Soldat" title="Soldat">Krieger</a> und verkam in späterer Zeit zu einer reinen Schau für das <a href="Volk" title="Volk">Volk</a>. Frühe spätmittelalterliche <a href="Genealoge" title="Genealoge">Genealogen</a> und Autoren wie <a href="Georg_R%C3%BCxner" title="Georg Rüxner">Georg Rüxner</a> griffen in ihrem Vorhaben, <a href="Adel" title="Adel">adligen</a> Familien eine möglichst weit zurückreichende <a href="Ahnenliste" title="Ahnenliste">Ahnenliste</a> zu verschaffen, auf oftmals fiktive Teilnehmerverzeichnisse von Turnieren zurück. Im Laufe des 12. Jahrhunderts wurde das Turnier zum Großereignis, da neben Rittern auch Musikanten, Tierbändiger und Gaukler auftraten. Der Veranstalter konnte hier seinen Reichtum vorführen. Das erste Ritterturnier auf deutschem Boden wurde 1127 in der Stadt <a href="W%C3%BCrzburg" title="Würzburg">Würzburg</a> ausgetragen.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><i>Ritterturniere</i> werden heute auf <a href="Mittelaltermarkt" title="Mittelaltermarkt">Mittelalterveranstaltungen</a> von <a href="Stuntman" title="Stuntman">Stuntmen</a> vor <a href="Publikum" title="Publikum">Publikum</a> nachgespielt. <i>Siehe auch</i> <a href="Reenactment" title="Reenactment">Reenactment</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Adliges_Turnier">Adliges Turnier</h2></div>
<p>Ursprünglicher Träger der Turniere war die <a href="Ritterschaft" title="Ritterschaft">Ritterschaft</a> als zentrale Erscheinungsform der mittelalterlichen Sozialordnung. Die Ritterschaft entstand im Zuge der Auseinandersetzungen um das zerfallende Reich der <a href="Karolinger" title="Karolinger">Karolinger</a> im 9. und 10. Jahrhundert als militärische Antwort auf die fortschrittliche Reitertaktik von <a href="Normannen" title="Normannen">Normannen</a>, <a href="Magyaren" title="Magyaren">Magyaren</a> und <a href="Sarazenen" title="Sarazenen">Sarazenen</a>. Sie bildete alles in allem eine schnell bewegliche (mithin berittene), fortschrittlich <a href="R%C3%BCstung_(Schutzkleidung)" title="Rüstung (Schutzkleidung)">gerüstete</a> (gepanzerte) und insbesondere auf das Kriegshandwerk spezialisierte Gruppe, in der sich rasch ein eigenes <a href="St%C3%A4ndegesellschaft" title="Ständegesellschaft">Standesbewusstsein</a> mit genau definierter Standeskultur und ständischen Ritualen herausbildete. Dieses Bewusstsein entfaltete aufgrund seiner sowohl dichten und professionellen Struktur als auch durch seine symbolisch-kulturellen und sittlichen Muster zunehmend auch Wirkung auf den gesamten <a href="Adel" title="Adel">Adel</a> (<a href="Hoher_Adel" title="Hoher Adel">Hoher Adel</a>, <a href="Edelfreie" class="mw-redirect" title="Edelfreie">Edelfreie</a> und <a href="Ministerialen" class="mw-redirect" title="Ministerialen">Ministerialen</a>).
</p><p>Voraussetzung für die militärische Schlagkraft dieser Gruppe war die militärische Übung; Grundlage für die Erhaltung der Kampfkraft der <a href="Panzerreiter" title="Panzerreiter">Panzerreiter</a> war das ständige Training verbunden mit der Formulierung eines feststehenden Kanons von Übungen bestimmter Angriffs- und Abwehrfiguren. Den Rahmen dieser Übungen oder „Manöver“ bildete das Turnier. Entsprang das Turnier somit ursprünglich einer militärischen Notwendigkeit, so entwickelte es sich allmählich als ein freies, ritterliches Kampfspiel zum Kern- und Höhepunkt ritterlicher bzw. adliger Kultur schlechthin. In Folge des intensiven Trainings für solche Turniere gab es schon bald Lehrmeister, die die Kampfkünste vermittelten und <i>Turnierprofis</i>, die von Turnier zu Turnier zogen und ein erhebliches Einkommen erzielen konnten. Der wohl erfolgreichste aller Zeiten war <a href="William_Marshal%2C_1._Earl_of_Pembroke" title="William Marshal, 1. Earl of Pembroke">William Marshal, 1. Earl of Pembroke</a>, der die Hochkonjunktur der Turniere nutzte und nicht nur Lösegeld für ca. 500 Ritter erwarb, sondern auch durch Ländereien in seinem Adelrang aufstieg.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Unter Bezug auf die militärische Wirklichkeit bildeten sich verschiedene Turnierarten heraus, die den militärischen Operationen auf dem Schlachtfeld entsprachen. Zunächst einmal gab es den sogenannten <a href="Buhurt" title="Buhurt">Buhurt</a>, ein Massenturnier, bei dem in hohem Tempo zwei Haufen gegeneinandersprengten und einander aus dem <a href="Reitsattel" title="Reitsattel">Sattel</a> stoßen mussten. War dies ursprünglich die am weitesten verbreitete Turnierform, sorgte die aus ökonomischen Gründen erfolgende zunehmende Verlagerung der Festlichkeiten in die Städte des Spätmittelalters dafür, dass in der Folge der sogenannte <a href="Tjost" title="Tjost">Tjost</a>, ein Zweikampf gut trainierter Panzerreiter, die in hartem Galopp aufeinanderprallten, einander mit stumpfer <a href="Lanze" title="Lanze">Lanze</a> aus dem Sattel stechen und häufig noch ein Schwertduell liefern mussten, in den Vordergrund trat. Der Tjost ließ sich nämlich besser auf den Plätzen der spätmittelalterlichen Städte durchführen als der raumgreifende Buhurt. Die Ankündigung der Turniergegner oblag dem <a href="Herold" title="Herold">Herold</a>.
</p><p>Im <a href="15._Jahrhundert" title="15. Jahrhundert">15.</a> und frühen <a href="16._Jahrhundert" title="16. Jahrhundert">16. Jahrhundert</a> erlebten die Turnierformen des Welschen Gestechs und des Rennens eine streng formalisierte Hochblüte, mit welcher auch das Zeitalter der Turniere vorüberging.
</p><p>Entscheidend ist, dass die Teilnahme am Turnier von Beginn an nur adligen <a href="Ritter" title="Ritter">Rittern</a> und Ritterbürtigen vorbehalten war. Jeder Turnierteilnehmer musste sich einer Wappenprobe durch den spielleitenden <a href="Herold" title="Herold">Herold</a> unterziehen. Diese ursprüngliche Exklusivität machte das Turnier in Verbindung mit seiner Funktion als höchster Ausdruck ritterlicher bzw. adliger, insbesondere landsässig-adliger Lebenswelt und -kultur zu einer idealen Repräsentationsform des Adels, gerade und auch unter Abgrenzungsgesichtspunkten zu anderen gesellschaftlichen Gruppen.
</p><p>Institutionalisiert findet man dies insbesondere in den Turniergesellschaften des süddeutschen Raumes im Spätmittelalter: Die Ehre der Turniergesellschaften verlangte rechtmäßiges Verhalten der Mitglieder im Alltag. Turnierordnungen dienten dem festlichen Gepränge des Hofes, des Turniers; sie wiesen aber auch immer wieder vom Fest zurück auf das alltägliche Dasein des Adels und seine Verpflichtungen in der Welt. Die deutschen Turniergesellschaften waren daher alles andere als die Flucht in eine Scheinwelt vergangener ritterlicher Hochkultur.
</p>

<p>Austragungsort oder besser Spielfeld dieser adligen Repräsentation war ursprünglich der Innenhof der <a href="Kernburg" title="Kernburg">Kernburg</a> oder der <a href="Zwinger_(Architektur)" class="mw-redirect" title="Zwinger (Architektur)">Zwinger</a>, sofern diese genug Platz boten, oder eine Wiese nahe der <a href="Burg" title="Burg">Burg</a>. Der Adel verlegte die ritterlichen Kampfspiele jedoch zunehmend in die unmittelbare Umgebung der Städte bzw. sogar in die Städte selbst, insbesondere wenn es sich um Residenzstädte der <a href="Reichsst%C3%A4nde" title="Reichsstände">Reichsstände</a> handelte. Auf deren Marktplätzen wurde der steinige Boden zum Schutz von Ross und Reiter bei Stürzen mit dicken Strohschütten belegt. Insofern diente die mittelalterliche Stadt als Bühne adligen Vergnügungs- und Standesspieles und die Bürger der Stadt bildeten das Publikum. Die zunehmende bürgerliche Adaption des Turniers als Festlichkeit der Führungsschichten wohlhabender Städte bewog den Adel, auch im Bereich des Turniers Abgrenzungsmaßnahmen vorzunehmen.
</p><p>Der <a href="Landsasse" title="Landsasse">landsässige</a> Adel reagierte damit auf die Entwicklung, dass sich reiche Bürger aufwendige Rüstungen leisteten und selbst Wappen zulegten. Denn schließlich veranstalteten auch die bürgerlichen <a href="Patrizier" title="Patrizier">Patrizier</a>, insbesondere der <a href="Freie_und_Reichsst%C3%A4dte" title="Freie und Reichsstädte">Freien und Reichsstädte</a>, Turniere, die <i>Gesellenstechen</i> genannt wurden; für ritterliche Turniere galten sie als „nicht turnierfähig“. Der Adel gründete in der Folge Adels- und <a href="Turniergesellschaft" title="Turniergesellschaft">Turniergesellschaften</a>, deren Ziel es war, Bürgerliche von bestimmten Bereichen der adligen Lebenswelt auszuschließen. Innerhalb der Turniergesellschaften wurden Turnierordnungen – etwa das <i>Würzburger Turnierregister</i> von 1479 oder die <i>Heilbronner Turnierordnung</i> von 1485 – formuliert, die all jene als nicht turnierfähig ausschlossen, die Handel trieben, womit in erster Linie das städtische <a href="Patriziat" class="mw-redirect" title="Patriziat">Patriziat</a> gemeint war. Doch suchten diese Vorschriften auch die eigenen Standesmitglieder über den Turnierehrenkodex zu ständischer Selbstvergewisserung anzuhalten, wenn sie etwa unter die unehrlichen, vom Turnier ausschließenden Verhaltensweisen Fälle einordneten, bei denen Adlige <a href="Mesalliance" title="Mesalliance">unter ihrem Stande</a> heirateten oder als Kaufleute Handel trieben:
</p><p><i>„Item alle die sich aus dem adel beweiben, mit denen mag man turnieren und straffen wer will. Item alle die von adel kaufschläge oder händel treiben oder mit ihnen legen als ander gemein kaufleut ungefährlich, die soll man straffen“</i>.
</p>

<p>International setzten sich die nord-italienischen Turnierregeln durch, die vor allem die Punktewertungen vereinheitlichten, die regelten, an welchen Stellen man den Gegner treffen sollte, um den Kampf für sich zu entscheiden, falls niemand aus dem Sattel gehoben wurde.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Turnierregeln sind ein frühes Beispiel für <i>moderne</i> Quantifizierung im Sport.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Doch auch am Beispiel des Turniers wird die Ambivalenz adligen Verhaltens, die Parallelität von zunehmender Abgrenzungssystematik und fortschreitender Hinwendung zur Stadt und ihren Bürgern deutlich. Turniere werden vom landsässigen Adel aus Kostengründen und zu Zwecken der eigenen Repräsentation zunehmend in die mittelalterlichen Städte verlagert. Am Ende dieser Entwicklung im 16.&nbsp;Jahrhundert stand, dass – mit deutlicher Konzentration auf den oberdeutschen und österreichischen Raum – alleiniger Schauplatz von Turnieren die Residenzstädte, u.&nbsp;a. <a href="Innsbruck" title="Innsbruck">Innsbruck</a>, <a href="Wien" title="Wien">Wien</a>, <a href="M%C3%BCnchen" title="München">München</a>, <a href="Heidelberg" title="Heidelberg">Heidelberg</a> und <a href="Dresden" title="Dresden">Dresden</a>, waren.
</p><p>Der Grund für die Verlegung in die Städte war, dass die Kosten des Turniers stiegen und die mittelalterliche Stadt als Veranstalter und Kostenträger zunehmend auch vom landsässigen Adel geschätzt wurde. Zudem bot die Stadt die wesentlich bessere <a href="Infrastruktur" title="Infrastruktur">Infrastruktur</a> für ein Turnier, war doch längst nicht mehr jeder Adlige in der Lage, auf seinen Landsitzen eigene Handwerker der Rüstkunst, die <a href="Plattner" title="Plattner">Plattner</a>, vorzuhalten. Mit der Verselbständigung ihres spielerischen und repräsentativen Charakters wurden die Turniere in den Städten mehr und mehr zu einer Angelegenheit der finanziell leistungsfähigen Oberschicht des Adels. Allein schon die von Spezialwerkstätten gefertigten <a href="Harnisch" title="Harnisch">Turnierharnische</a> kosteten ein Vermögen – ganz abgesehen davon, dass Prunkharnisch- und Turnierwerkzeugmacher letzten Endes nur noch in den großen Städten zu finden waren. Auch das Sattelzeug war wertvoll.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurden die großen Ritterturniere schließlich eingestellt; zuerst in Frankreich im Jahre 1559, nachdem am 30. Juni 1559 der französische König <a href="Heinrich_II._(Frankreich)" title="Heinrich II. (Frankreich)">Heinrich II.</a> bei einem Turnier zu Tode gekommen war. In Deutschland wurden Turniere noch einige Jahrzehnte weiter geführt. Turniere sind z.&nbsp;B. anlässlich der Hochzeit Herzog <a href="Wilhelm_V._(Bayern)" title="Wilhelm V. (Bayern)">Wilhelms V.</a> mit Renata von Lothringen im Jahre 1568 und der Hochzeit <a href="Karl_II._(Inner%C3%B6sterreich)" title="Karl II. (Innerösterreich)">Karls II. Franz von Innerösterreich</a> mit Prinzessin Maria Anna von Bayern im Jahre 1571 belegt. Weitere Turniere im Rahmen von Hoffesten in <a href="M%C3%BCnchen" title="München">München</a> sind 1603 und 1613 bezeugt. Nach dem <a href="Drei%C3%9Figj%C3%A4hriger_Krieg" title="Dreißigjähriger Krieg">Dreißigjährigen Krieg</a> entfernten sich die Turnierdarbietungen, jetzt Bestandteil der höfischen Feste, noch stärker von den ursprünglichen Kampf- und Kriegsübungen.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bezugnahme_heute">Bezugnahme heute</h2></div>
<p>Die <a href="Internationale_Golden_Roof_Challenge" title="Internationale Golden Roof Challenge">Internationale Golden Roof Challenge</a> – mit Stabhochspringen – vor dem Goldenen Dachl in Innsbruck, stellt einen Ritter in Form einer Ritterrüstung samt langer Turnierstange als <a href="Maskottchen" title="Maskottchen">Maskottchen</a> auf, da auf dem Platz im Mittelalter Turniere ausgefochten wurden.
</p><p><a href="Tallbike" title="Tallbike">Tallbike</a>-Jousting ist Teil moderner <a href="Fahrradkultur" title="Fahrradkultur">Fahrradkultur</a>. Zwei Radfahrer auf Zweirädern, besonders herausfordernd sind Tallbikes mit hochliegendem Sattel, fahren einhändig und halten in der freien Hand eine lange, leichte Stange, die an einem Ende gepolstert ist. Auf durch eine Linie getrennte Bahnen auf ebener Wiese fahren sie knapp aneinander vorbei und versuchen sich wechselweise durch einen Stoß mit der Stange umzustoßen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Moderne_Turniere">Moderne Turniere</h2></div>
<p>1912 hielt der Begriff <i>Turnier</i> als Bezeichnung für einen Wettkampf im <a href="Pferdesport" title="Pferdesport">Pferdesport</a> (<a href="Turniere_im_Pferdesport" class="mw-redirect" title="Turniere im Pferdesport">Reitturnier, Fahrturnier, Springturnier</a> etc.) in den deutschen Sprachgebrauch Einzug. In diesem Jahr hatte die Zeitschrift <a href="St._Georg_(Zeitschrift)" title="St. Georg (Zeitschrift)">St. Georg</a> die Leser aufgefordert, ein deutsches Wort für das international übliche <i><a href="International_Federation_of_Equestrian_Sports#Bezeichnungen_der_Turniere" class="mw-redirect" title="International Federation of Equestrian Sports">Concours Hippique</a></i> zu finden. <i>Turnier</i> und <i>Reit- und Fahrschau</i> wurden gleich oft vorgeschlagen, eine Jury entschied sich für ersteres, in Anlehnung an das historische Ritterturnier, das auch mit Pferden ausgetragen wurde.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ziel eines Turniers ist es, den besten Spieler, den besten Sportler oder die beste Mannschaft zu ermitteln.
</p><p>Es gibt die unterschiedlichsten <a href="Turnierform" title="Turnierform">Turnierformen</a>. Am bekanntesten und öffentlichkeitswirksamsten sind heute Sport- und Spieleturniere, bei denen Menschen in sportlichen und spielerischen Disziplinen gegeneinander antreten, z.&nbsp;B. Fußball- oder <a href="Schachturnier" title="Schachturnier">Schachturniere</a>.
Aber auch in weniger bekannten Disziplinen gibt es Turniere; so veranstalten beispielsweise <a href="Debattierclub" title="Debattierclub">Debattierclubs</a> Turniere im Debattieren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Josef Göhler: <i>Das erste deutsche Turnier richtete Würzburg aus. Stadt des Turnens, Sports und Spiels - Die Zukunft des Würzburger Sports hat bereits begonnen.</i> In: Heinz Otremba (Hrsg.): <i>15 Jahrhunderte Würzburg. Eine Stadt und ihre Geschichte.</i> Echter Verlag, Würzburg 1979, S. 426–434, hier: S. 426.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">John M. Carter: Sportgeschichte in mittelalterlichen Biographien. William Marshal (ca. 1146–1219). In: <a href="Arnd_Kr%C3%BCger" title="Arnd Krüger">Arnd Krüger</a>, <a href="Bernd_Wedemeyer-Kolwe" title="Bernd Wedemeyer-Kolwe">Bernd Wedemeyer-Kolwe</a> (Hrsg.): <i>Aus Biographien Sportgeschichte lernen. Festschrift zum 90. Geburtstag von Prof. Dr. Wilhelm Henze.</i> Niedersächsisches Institut für Sportgeschichte, Hoya 2000, ISBN 3-932423-07-0, S. 67–78.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Joachim_K._R%C3%BChl" title="Joachim K. Rühl">Joachim K. Rühl</a>: Regulations for the Joust in Fifteenth-Century Europe: Francesco Sforza Visconti (1465) and John Tiptoft (1466), <i>International Journal of the History of Sport</i>, 18 (2001): 193–208.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">John McClelland: <i>Sports quantification in Tudor and Elizabethan tournaments</i>, in: John M. Carter, <a href="Arnd_Kr%C3%BCger" title="Arnd Krüger">Arnd Krüger</a> (Hrsg.): <i>Ritual and record: sports records and quantification in pre-modern societies.</i> New York: Greenwood Press, 1990.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://mdz-nbn-resolving.de/details:bsb11645285">Das Ross in den altfranzösischen Artus- und Abenteuerromanen</a>, Adolf Kitze, Marburg, Dissertation, 1887, S. 22 ff</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Joachim Schneider, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Turniere_(Mittelalter/Frühe_Neuzeit)">Turniere (Mittelalter/Frühe Neuzeit)</a>, in: Historisches Lexikon Bayerns.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Fusenig, Anette: <i>Wie man ein 'Weltfest des Pferdesports' erfindet – Das Aachener Spring-, Reit- und Fahrturnier 1924 bis 1939</i>, Diss. phil. <a href="RWTH_Aachen" title="RWTH Aachen">RWTH Aachen</a>, 2004, S. 49 <a rel="nofollow" class="external text" href="http://d-nb.info/973594098">online</a></span>
</li>
</ol>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Sigmund Feyerabend: <i>Thurnier Buch: Von Anfang, Vrsachen, Vrsprung vnd Herkommen der Thurnier im Heyligen Römischen Reich Teutscher Nation, wie viel offentlicher Landthurnier von Keyser Heinrich dem Ersten dieses Namens an biss auff den jetztregierenden Keyser Maximilian … Getrukt zu Frankfurt am Mayn M.D.LXVI</i> <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.archive.org/stream/thurnierbuchvona00ruxn#page/n5/mode/2up">(Turnierberichte der Zeit von 900 (Heinrich I. (Ostfrankenreich)) bis 1566 (Maximilian II. (HRR)) gedruckt 1566 mit zahlreichen Abbildungen, eingesehen am 29. Oktober 2009)</a></li>
<li><a href="Matthias_Pfaffenbichler" title="Matthias Pfaffenbichler">Matthias Pfaffenbichler</a>, <a href="Stefan_Krause_(Kunsthistoriker)" title="Stefan Krause (Kunsthistoriker)">Stefan Krause</a>: <i>Turnier. 1000 Jahre Ritterspiele</i>. Hirmer, München 2017, ISBN 978-3-7774-2879-6.</li>
<li>Stefan Krause (Hrsg.): <i>Tournaments. A Thousand Years of Chivalry.</i> Thomas Del Mar, London 2022, ISBN 978-3-99020-225-8.</li>
<li>F. Cardini, Ph. Contamine, A. Ranft, Peter Schreiner: <i>Turnier</i>. In: <i>Lexikon des Mittelalters.</i> Band 8, München 1997, Sp. 1113–1118.</li>
<li>David Crouch: <i>The Tournament</i>. Hambledon &amp; London, London 2005, ISBN 1-85285-460-X.</li>
<li>Richard Barber, <a href="Juliet_Barker" title="Juliet Barker">Juliet Barker</a>: <i>Die Geschichte des Turniers</i>, Artemis &amp; Winkler, Düsseldorf und Zürich, 2001</li>
<li><a href="Reinhard_Bentmann" title="Reinhard Bentmann">Reinhard Bentmann</a>: Nachwort in: J. H. von Hefner-Alteneck (Hrsg.): <i>Hans Burgkmaiers Turnier-Buch</i>. Nachdruck 1978, Dortmund 1980, S. 71–89.</li>
<li>Josef Fleckenstein (Hrsg.): <i>Das ritterliche Turnier im Mittelalter</i>. Vandenhoeck &amp; Ruprecht, Göttingen 1985, ISBN 3-525-35396-0.</li>
<li>P. Johanek: <i>Adel und Stadt im Mittelalter</i>. In: N. Reimann (Hrsg.): <i>Adel und Stadt</i>. Vorträge auf dem Kolloquium der Vereinigten Westfälischen Adelsarchive e.&nbsp;V. vom 28. bis 29. Oktober 1993 in Münster (Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.&nbsp;V., Veröffentlichungen Nr. 10), Münster 1998, S. 9–35</li>
<li><a href="Herbert_Obenaus" title="Herbert Obenaus">Herbert Obenaus</a>: <i>Recht und Verfassung der Gesellschaften mit St. Jörgenschild in Schwaben</i>. Untersuchungen über Adel, Einung, Schiedsgericht und Fehde im fünfzehnten Jahrhundert (= <i>Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte</i>, Nr. 7), Göttingen 1961.</li>
<li><a href="Hans_K._Schulze" title="Hans K. Schulze">Hans Kurt Schulze</a>: <i>Grundstrukturen der Verfassung im Mittelalter</i>. Band II: <i>Familie, Sippe und Geschlecht, Haus und Hof, Dorf und Mark, Burg, Pfalz und Königshof, Stadt</i> (= <i>Kohlhammer-Urban-Taschenbücher</i>, Band 372). 3., verbesserte Auflage, Kohlhammer, Stuttgart / Berlin / Köln 1992, ISBN 3-17-016393-0.</li>
<li><a href="Thomas_Zotz" title="Thomas Zotz">Thomas Zotz</a>: <i>Adel in der Stadt des deutschen Mittelalters. Erscheinungsformen und Verhaltensweisen</i>. In: <i>Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins</i> 141. 1993, S. 22–50</li>
<li><a href="Peter_Jezler" title="Peter Jezler">Peter Jezler</a>, Peter Niederhäuser, Elke Jezler (Hrsg.): <i>Ritterturnier. Geschichte einer Festkultur</i>, Begleitbuch zur Ausstellung im <a href="Museum_zu_Allerheiligen" title="Museum zu Allerheiligen">Museum zu Allerheiligen</a> Schaffhausen, Quaternio Verlag, Luzern 2014, ISBN 978-3-905924-23-7.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Tournament?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Turnier</a></span></b>&nbsp;– Album mit Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wikisource"></span></span></div><b><a href="https://de.wikisource.org/wiki/Turnierwesen" class="extiw external" title="s:Turnierwesen">Wikisource: Turnierwesen</a></b>&nbsp;– Quellen und Volltexte</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_45629">Historisches Lexikon Bayerns</a></li></ul>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-s" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
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Normdaten&nbsp;(Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4061272-7">4061272-7</a></span> </div>
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